„PASSAGE - ABFAHRT“
- zwei Strategien -
„KA“
oder die Stellvertretung
des Fleisches
Akustische Skulptur für
zwei Frauenstimmen, zwei Celli, Posaune,
zwei Polychorde, Percussion
„Epitaph des Seikilos“
für zwei Männerstimmen, Cello, Sprecherin,
zwei Polychorde
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19 DAYS
Ein musikalisches Projekt, ausgehend von dem ältesten überlieferten
Kanon „Sumer is icumen“ (ca. 1240). Neben der einmaligen Version der
Originalform geben acht verschiedene Varianten unter dem Gesichtspunkt
Klangraum, Stimmbewegungsraum die thematische Leitlinie zum Thema Kanon
ab. Dazwischen werden acht Episoden eingeflochten. In diesen Episoden,
die mit unterschiedlichsten Texten aus vier Kulturräumen Europas
(englisch/französisch/deutsch/italienisch) versehen sind, erfolgt die
programmatische Ausweitung zum Titel (Liebe, Tanz, Wein, Sommerzeit).
Eingerahmt von Vorspiel und Nachspiel, besteht diese Komposition aus
insgesamt 19 Teilen.
Die Grundidee „etwas, das sich selbst begleitet“ (= Kanon) mit den
Möglichkeiten digitaler Speichermedien als kompositorische Methode
konsequent in die musikalische Gestaltung mit einzubeziehen, ist eine
logische Konsequenz der Jetztzeit.
Die Zuspielung der zeitverzögerten und teilweise elektronisch
modulierten musikalischen Vorgänge auf 8 Boxen im Klangraum wird so
positioniert, daß der Klang nicht unmittelbar punktuell geortet,
sondern als Raumklang mit verschiedenen Distanzen (gleitenden
Raumbewegungen, quasi Klangspiegelungen, die wieder zu Raumspiegelungen
werden) komponiert wird. Im Sinne von Kanon manifestieren sich
gegenseitig begleitende Stimmen in unterschiedlichen Raumflächen.
Durch die Verarbeitung konkreter klanglicher Vorgänge in elektronische
Ebenen entsteht der Charakter einer neuen Raum/Zeit-Sphäre,
Diszipliniertheit - abstrakte Musik. Die Episoden sind eine Hinwendung
zum Körperlichen, zur Verlockung, zur Verführung. Episoden gegen die
Diszipliniertheit. So steht dieses Stück in einem Spannungsfeld von
abstrakter und angewandter Musik.
Die Technik geht mit dem realen akustischen Geschehen eine Fusionierung
ein. Die elektroakustische Einrichtung gestattet die Planung bis zur
Vervierfachung einer musikalischen Gestalt mit Verzögerungszeiten von
max. 40 Sekunden im Stimmeinsatz, sowie die blockweise Verfrachtung
geteilter Ensemblestrukturen.
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